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Pharmaceutical Sciences: Studium für Industrie, Forschung

Von Redaktion5 Min. Lesezeit

Fakten geprüft am 25.10.2026

Glaskolben und Bechergläser mit türkisfarbener Flüssigkeit auf mintgrünem Grund

Pharmaceutical Sciences ist ein Studium für Forschung und Industrie, nicht für die Apotheke: Es führt nicht zur Approbation. Den Bachelor gibt es in Deutschland an der LMU München (Pharmaceutical Sciences) und an der Universität Freiburg (Pharmazeutische Wissenschaften), jeweils sechs Semester mit 180 ECTS-Punkten und Beginn im Wintersemester. Freiburg hat 30 Plätze. Einen Master bieten unter anderem die LMU und Tübingen an, in Tübingen mit 30 Studierenden pro Studienjahr. Stand: 25.10.2026.

Die Studiengänge im Vergleich

Hochschule Abschluss Dauer Beginn Zulassung Sprache
LMU München B.Sc. Pharmaceutical Sciences 6 Fachsemester, 180 ECTS nur Wintersemester örtliche Zulassungsbeschränkung Deutsch
Universität Freiburg B.Sc. Pharmazeutische Wissenschaften 6 Semester, 180 ECTS Wintersemester Zulassungsbeschränkung, 30 Plätze Deutsch (C1)
LMU München M.Sc. Pharmaceutical Sciences 4 Fachsemester, 120 ECTS nur Wintersemester Eignungsverfahren, Anmeldung bis 15. Juli Deutsch, einzelne Veranstaltungen englisch
Universität Tübingen M.Sc. Pharmaceutical Sciences and Technologies 4 Semester Winter- und Sommersemester Zulassungsbeschränkung, 30 Studierende pro Studienjahr Deutsch (Eckdaten), Studien- und Prüfungssprache laut FAQ Deutsch und Englisch

Wie die Zulassung in Freiburg läuft: 90 Prozent der Plätze gehen nach einem Auswahlverfahren an Deutsche, Bildungsinländer und EU-Bürger, nach Abiturdurchschnitt und gegebenenfalls außerschulischen Leistungen, 10 Prozent nach Wartezeit. Die Bewerbungsfrist läuft vom 01.06. bis 15.07. über hochschulstart und das Bewerbungsportal der Uni. Die LMU nennt für den Bachelor eine örtliche Zulassungsbeschränkung, die Auswahlkriterien stehen auf ihrer Seite. In Tübingen laufen die Fristen für das erste Fachsemester bis 15.01. (Sommersemester) und 15.07. (Wintersemester). Für den Master braucht man dort einen Abschluss mit mindestens der Note 2,5, und die Plätze werden nach Bachelornote und weiteren Kriterien vergeben.

Was Du lernst

LMU, Bachelor. Die ersten drei Semester vermitteln naturwissenschaftliche Grundlagen mit Biochemie, Molekularbiologie, instrumenteller Analytik, moderner organischer Synthese, Arzneimittelherstellung sowie Anatomie und Physiologie. In den Semestern vier bis sechs folgen unter anderem Wirkstoffanalytik, Medizinische Chemie, Molekulare Medizin, Immunologie, rekombinante Arzneimittel, Pharmakologie, Qualitätsprüfung, industrielle Arzneimittelherstellung und ein Vertiefungspraktikum. In einem pharmazeutischen Fach schreibst Du die Bachelorarbeit.

Freiburg, Bachelor. Grundlagen in Chemie, Biologie und Physik, dazu Anatomie, Physiologie und Pharmakologie. Später vertiefen die Studierenden Themen wie Qualitätssicherung von Arzneimitteln, Biopharmazie oder Bioinformatik. Die Uni nennt als Schwerpunkte Analytik, Qualitätssicherung und Wirkstoffdesign. Im Wahlpflichtbereich und in berufsorientierten Kursen wählst Du Schwerpunkte, etwa Sprachen, Marketing und Management oder Kommunikation.

Tübingen, Master. Im ersten Studienjahr stehen die Grundlagenmodule Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Technologie sowie Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Im zweiten Jahr wählst Du Vertiefungsmodule wie Drug Discovery and Development oder Analytical Technologies, im vierten Semester schreibst Du die Masterarbeit. Module aus Fächern außerhalb der Pharmazie, etwa Informatik, Molekularbiologie oder Psychologie, sind wählbar. Der Master richtet sich an Studierende der Pharmazie mit abgeschlossenem Studium, an Absolventen eines biomedizinisch-naturwissenschaftlichen Bachelors und an internationale Bewerber.

LMU, Master. Forschungsorientiert, aufbauend auf einem Bachelor in Pharmaceutical Sciences oder einer verwandten Fachrichtung mit mindestens 180 ECTS-Punkten und einem Eignungsverfahren.

Wofür das Studium qualifiziert

Die Hochschulen beschreiben die Berufsfelder so:

  • LMU: Der Bachelor bereitet nach Angabe der Uni auf Forschung und Entwicklung in der pharmazeutischen Industrie oder an wissenschaftlichen Einrichtungen vor. Für verantwortliche Positionen, etwa als Herstellungs- oder Kontrolleiter oder in der Arzneimittelforschung, empfiehlt die LMU den Master. Der Master qualifiziert laut LMU für leitende Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung, Qualitätskontrolle, Dokumentation und die Begleitung klinischer Studien. Eine von der LMU genannte Umfrage bei 30 Unternehmen der Pharmaindustrie hat laut Uni großen Bedarf an Nachwuchskräften ergeben.
  • Freiburg: Tätigkeiten in der pharmazeutischen Industrie, etwa in Arzneimittelentwicklung, Qualitätssicherung oder Zulassung, in analytischen Laboren oder in der arzneimittelbezogenen Verwaltung, außerdem ein weiterführendes Masterstudium. Unter bestimmten Voraussetzungen sei auch der Einstieg in das Hauptstudium des Staatsexamens Pharmazie möglich.
  • Tübingen: Die Uni nennt den Zusatznutzen gewählter Module für eine Tätigkeit in der pharmazeutischen Industrie, etwa Informatik für die Produktion, Molekularbiologie für die Arzneistoffentwicklung und Psychologie für Marketing oder die Anwendung am Patienten. Für 2024/25 nennt die Uni 106 Studierende in diesem Master, 637 im Staatsexamen und 94 in der Promotion.

Was die Funktionen in der Industrie genau umfassen, steht in Was macht ein Apotheker in der Industrie?. Gehalt: Für Bachelorabsolventen haben wir keine belastbare Einstiegszahl gefunden. Der Akademiker-Tarif der Chemieindustrie setzt ein Studium von mindestens acht Semestern voraus, siehe Apotheker in der Pharmaindustrie: Gehalt.

Was es nicht ist: ein Weg zur Approbation

Die Approbation als Apotheker setzt nach § 4 Abs. 1 Nr. 4 der Bundes-Apothekerordnung die bestandene Pharmazeutische Prüfung nach einer Gesamtausbildungszeit von fünf Jahren voraus, davon zwölf Monate praktische Ausbildung. Ausländische Abschlüsse regeln § 4 Abs. 1a bis 3 und die Neufassung ab 01.11.2026, ein Bachelor oder Master in Pharmaceutical Sciences gehört nicht dazu. Tübingen schreibt auf seiner Seite, der Master berechtige nicht zum Erhalt der Approbation, die LMU nennt das Pharmaziestudium mit Staatsexamen als alternatives Studienangebot. Wie der Wechsel vom Bachelor ins Staatsexamen läuft, steht in Pharmazie Bachelor, die Gegenüberstellung der Ziele in Apotheker werden.

Häufige Fragen

Kann man mit Pharmaceutical Sciences Apotheker werden?

Nein. Der Studiengang führt nicht zur Approbation. Dafür braucht Du das Staatsexamen in Pharmazie.

Wo kann ich Pharmaceutical Sciences studieren?

Als Bachelor an der LMU München und in Freiburg (dort als Pharmazeutische Wissenschaften), als Master an der LMU München und in Tübingen. Freiburg führt außerdem einen M.Sc. Pharmazeutische Wissenschaften (Modulhandbuch auf der Studiengangsseite), den wir nicht ausgewertet haben. Weitere Master in Düsseldorf, Braunschweig und anderen Städten stehen in Pharmazie Bachelor.

Gibt es das Studium auf Englisch?

LMU und Freiburg unterrichten auf Deutsch. In Tübingen sind Studien- und Prüfungssprache Deutsch und Englisch, ein formaler Englischnachweis ist dort nicht nötig. Der Master Industrial Pharmacy in Düsseldorf läuft komplett auf Englisch.

Wie viele Plätze gibt es?

In Freiburg 30 im Bachelor, in Tübingen 30 pro Studienjahr im Master. Für die LMU haben wir auf der Studiengangsseite keine Platzzahl gefunden.

Wie lange dauert das Studium?

Sechs Semester im Bachelor, vier im Master.

Nächster Schritt

Prüf auf den Seiten der Hochschulen die aktuellen Fristen und Auswahlkriterien. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du Apotheker werden willst, hilft Apotheker werden.

Quellen

Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von pharmazie-studium.eu schreibt die Ratgeber-Artikel und pflegt die Daten zu den Pharmazie-Standorten. Jede Zahl stützt sich auf eine Primärquelle wie hochschulstart.de, die Approbationsordnung oder die Hochschulen selbst und trägt ein Stand-Datum.

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