Schweiz und Niederlande: Warum das kein Umweg ist
Die Schweiz und die Niederlande klingen nach einem Ausweg, wenn der NC in Deutschland nicht reicht. Sie sind es nicht: In der Schweiz verlangen die Unis von Bewerbern mit deutschem Abitur einen Studienplatznachweis aus Deutschland, in den Niederlanden läuft Pharmazie nur auf Niederländisch. Deshalb steht kein Studiengang aus diesen Ländern in unserer Datenbank. Die Abschlüsse selbst werden in Deutschland anerkannt, das Nadelöhr ist der Zugang.
Die Einzelheiten auf den Hinweisseiten
Schweiz: Diplom anerkannt, Studienplatznachweis nötig
Das eidgenössische Apothekerdiplom wird in Deutschland anerkannt. Ab dem 01.11.2026 steht die Schweiz in der neuen Anlage zu § 4 Abs. 2 der Bundes-Apothekerordnung, Stichtag 01.06.2002 (§ 10b Abs. 1 Nr. 3 BApO). Anerkannt wird das Diplom nach bestandener eidgenössischer Prüfung, nicht der Master allein.
Der Zugang ist das Problem. Die Universität Basel verlangt für den Bachelor Pharmazeutische Wissenschaften (Deutsch) neben dem Abitur einen aktuellen Studienplatznachweis einer anerkannten deutschen Universität in der gewünschten Studienrichtung; die sonst mögliche Kompensation über eine Abiturnote von 2,5 gilt für diesen Studiengang ausdrücklich nicht. Die Universität Bern verlangt für Pharmazeutische Wissenschaften den Zulassungsnachweis einer deutschen Uni, eine Durchschnittsnote reicht nicht. Die ETH Zürich fordert drei Abiturprüfungsfächer mit mindestens 70 % des Maximalwerts und zusätzlich den Nachweis eines Studienplatzes an einer anerkannten deutschen Universität, andernfalls eine reduzierte Aufnahmeprüfung. Die Universität Genf unterrichtet auf Französisch und verlangt laut allgemeiner Zulassungsregel das Abitur mit 2,5 oder eine Zulassungsbescheinigung einer deutschen Uni im gewählten Fach, dazu eine Französischprüfung.
Bei den Gebühren nennt die ETH Zürich für Studierende ohne Schweizer Bürgerrecht oder Wohnsitz beim Erwerb der Zugangsberechtigung seit dem Herbstsemester 2025 die dreifache Gebühr von 2.190 Franken pro Semester; die Universität Basel nennt 850 Franken pro Semester.
Niederlande: nur auf Niederländisch
Wer in den Niederlanden Apotheker werden will, muss fließend Niederländisch können. Die Rijksuniversiteit Groningen unterrichtet fast alle Bachelorstudiengänge der Fakultät auf Englisch, Pharmazie aber nicht: Für Bachelor und Master in Pharmacy musst Du laut Uni Niederländisch und Englisch fließend beherrschen.
Utrecht wählt für Farmacie per Selektion aus: Für 2027/28 stehen 240 Plätze für Farmacie zur Verfügung, dazu 60 für das College of Pharmaceutical Sciences. Anmeldeschluss bei Studielink ist der 15.01.2027, der Selektionstag der 06.02.2027, die Wissenstests laufen auf Niederländisch. Wer am Selektionstag nicht fließend Niederländisch spricht, kann laut Uni nicht teilnehmen. Das englischsprachige College of Pharmaceutical Sciences bildet laut Uni nicht zum Apotheker aus.
Warum das kein Umweg um den NC ist
Beide Länder setzen eine Hürde, die der NC in Deutschland nicht ersetzt. In der Schweiz musst Du den deutschen Studienplatz schon haben, bevor Du Dich bewirbst, oder die ETH-Aufnahmeprüfung bestehen. In den Niederlanden brauchst Du ein Sprachniveau, das man nicht in einem Semester erwirbt. Im EU-Ausland gibt es Studiengänge mit englischem oder deutschem Unterricht, für die Du weder einen deutschen Studienplatz noch Niederländisch brauchst.
Anerkennung der niederländischen Abschlüsse
Anhang V der Richtlinie 2005/36/EG nennt für die Niederlande das Zeugnis über das bestandene Apothekerexamen und seit dem 01.09.2002 den Master of Science Farmacie. Mit einem niederländischen Apothekerabschluss gilt also die automatische Anerkennung, der Weg dorthin führt aber nur über Niederländisch.
Was stattdessen geht
Pharmazie auf Deutsch gibt es im EU-Ausland in Österreich und in Budapest, Pharmazie auf Englisch an vielen Standorten von Kaunas bis Dublin. Die Zugangswege unterscheiden sich stark, deshalb lohnt der Blick in die Ausland-Datenbank und in den Ratgeber Pharmazie im Ausland studieren. Zu Großbritannien, wo neue Abschlüsse seit 2021 nicht mehr automatisch anerkannt werden, und zu Ländern außerhalb der EU gibt es eigene Hinweisseiten.
Häufige Fragen
Quellen dieser Seite
Daten geprüft am 21.10.2026.