Apothekerberuf & Karrierewege

Berufsaussichten für Apotheker: Zahlen 2026

Von Redaktion5 Min. Lesezeit

Fakten geprüft am 19.10.2026

Apothekerin arbeitet in der Qualitätskontrolle eines Pharmaunternehmens an einem Analysegerät

Die Berufsaussichten für Apotheker lassen sich an wenigen Zahlen ablesen: Ende 2025 arbeiteten in Deutschland 70.273 Apotheker, drei Viertel davon in öffentlichen Apotheken. Deren Zahl sinkt: 16.601 Apotheken gab es Ende 2025, 440 weniger als ein Jahr zuvor und so wenige wie seit Ende der 1970er-Jahre nicht. Die Bundesagentur für Arbeit führt Apotheker seit ihrer Engpassanalyse 2025 nicht mehr als Engpassberuf, die berufsspezifische Arbeitslosenquote lag bei 3,1 Prozent. Stand: 19.10.2026.

Wo Apotheker arbeiten

Bereich (Ende 2025) Apotheker Frauenanteil
öffentliche Apotheken 52.733 74,3 %
davon Apothekenleiter (Inhaber, Pächter, Verwalter) 12.802 49,9 %
Krankenhausapotheken (Gehalt) 3.355 74,5 %
pharmazeutische Industrie 8.155 60,4 %
Universitäten 1.438 52,8 %
Behörden und Körperschaften 1.261 68,0 %
Lehranstalten und Berufsschulen 647 81,9 %
Bundeswehr 226 38,1 %
sonstige Bereiche 2.458 62,3 %
insgesamt 70.273 71,7 %

Quelle ist das Statistische Jahrbuch der ABDA. Die Apothekenleiter sind ohne angestellte Filialleiter gezählt. Industrie, Verwaltung, Wissenschaft und sonstige Felder zusammen beschäftigen 14.185 Apotheker, gut ein Fünftel aller Berufstätigen.

Weniger Apotheken, aber nicht weniger Arbeit

Jahr Apotheken (mit Filialen) davon Filialen Eröffnungen Schließungen Saldo
2010 21.441 3.478 263 370 −107
2020 18.753 4.643 85 407 −322
2023 17.571 4.621 62 559 −497
2024 17.041 4.511 48 578 −530
2025 16.601 4.449 62 502 −440

Ende 2025 führten 12.152 Inhaber die 16.601 Betriebsstätten. Jede Filiale braucht einen Apotheker als Filialleitung. Die Zahl der Krankenhausapotheken ist von 492 im Jahr 2005 auf 347 im Jahr 2025 gesunken, dazu kommen 7 Bundeswehrapotheken.

Was die sinkende Apothekenzahl für Stellen heißt, sagt die Statistik nicht direkt. Für angestellte Apotheker sind die Arbeitsmarktzahlen der Bundesagentur aussagekräftiger, siehe unten.

Berufsaussichten laut Bundesagentur für Arbeit

Die Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur bewertet Berufe mit sechs Indikatoren. Ab 2,0 Punkten gilt ein Beruf als Engpassberuf, zwischen 1,5 und unter 2,0 Punkten liegt er im Beobachtungsbereich. Für Apotheker und Pharmazeuten (Berufsgattung 8180, Experten):

Kennzahl Wert
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Juni 2025) 45.495
Vakanzzeit (Median) 80 Tage
berufsspezifische Arbeitslosenquote 3,1 %
durchschnittliche Punktzahl 1,67
Einordnung 2025 Beobachtungsbereich, kein Engpassberuf

2024 war der Beruf noch ein Engpassberuf. Im Bericht 2025 zählt die Bundesagentur Apotheker zu den 13 Berufsgattungen, die diesen Status verloren haben. Eine Vakanzzeit von 80 Tagen heißt: Gemeldete Stellen bleiben im Median gut zweieinhalb Monate offen. Arbeitslosigkeit gibt es in dem Beruf, aber wenig.

Die Altersstruktur

Nach der letzten Erhebung der Bundesapothekerkammer zum 31.12.2023 waren knapp 30 Prozent der Apotheker 56 Jahre oder älter, 16,5 Prozent sogar 61 oder älter. Das Durchschnittsalter lag bei 47,0 Jahren, bei Apothekenleitern bei 53,6, in Krankenhausapotheken bei 41,3 und in Industrie, Verwaltung und Wissenschaft bei 43,0 Jahren.

Alter Anteil
bis 30 10,7 %
31 bis 40 24,9 %
41 bis 50 23,4 %
51 bis 60 24,6 %
ab 61 16,5 %

Ob die Apotheken älterer Inhaber später übernommen oder geschlossen werden, sagt die Statistik nicht. Eine Prognose geben wir nicht ab.

Der Nachwuchs

Akademisches Jahr Studierende Studienanfänger Approbationen
2020 16.307 2.702 2.551
2022 16.064 2.706 2.418
2023 15.793 2.815 2.507
2024 15.765 2.667 2.259

Von den 2.259 Approbationen 2024 gingen 604 an Apotheker mit ausländischer Ausbildung, gut ein Viertel. Zum Wintersemester 2026/27 vergab hochschulstart 2.071 Studienplätze an 22 Unis, 61 mehr als ein Jahr zuvor.

Was sich rechtlich ändert

Zwei Neuerungen von 2026 betreffen die Struktur des Berufs:

  • Apotheke gründen mit ausländischem Abschluss. Seit dem 02.07.2026 dürfen Apotheker mit deutscher Approbation, aber im Ausland bestandener Prüfung auch neue Apotheken gründen. Vorher durften sie ohne drei Jahre Berufstätigkeit in Deutschland nur Apotheken übernehmen, die seit mindestens drei Jahren bestanden (§ 2 Abs. 2 und 2a ApoG alt, gestrichen durch BGBl. 2026 I Nr. 195).
  • PTA-Vertretung als Erprobung. Nach dem neuen § 29 ApoG kann die Behörde bis zum 31.12.2031 erlauben, dass eine PTA den Betrieb an bis zu 20 Tagen im Jahr, höchstens an zehn zusammenhängenden Tagen, ohne anwesenden Apothekenleiter aufrechterhält. Voraussetzung ist unter anderem, dass im Umkreis von mindestens sechs Kilometern keine andere Apotheke liegt.

Häufige Fragen

Haben Apotheker gute Berufsaussichten?

Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei 3,1 Prozent, offene Stellen blieben im Median 80 Tage unbesetzt. Ein Engpassberuf ist der Apotheker laut Bundesagentur seit 2025 nicht mehr. Die Zahl der öffentlichen Apotheken sinkt seit Jahren, zugleich ist fast ein Drittel der Apotheker 56 oder älter.

Wie viele Apotheken schließen pro Jahr?

2025 schlossen 502 Apotheken, 62 wurden neu eröffnet. 2024 waren es 578 Schließungen und 48 Eröffnungen.

Wo arbeiten Apotheker außer in der Apotheke?

Ende 2025 vor allem in der pharmazeutischen Industrie (8.155), in Krankenhausapotheken (3.355), an Universitäten (1.438), in Behörden und Körperschaften (1.261), an Lehranstalten (647) und bei der Bundeswehr (226).

Wie viele Apotheker gibt es in Deutschland?

Ende 2025 waren es 70.273 berufstätige Apotheker, 71,7 Prozent davon Frauen.

Nächster Schritt

Was die einzelnen Bereiche zahlen, steht in Apotheker Gehalt 2026. Den Weg in den Beruf zeigt Apotheker werden.

Quellen

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