Apothekerberuf & Karrierewege

Arbeitsfelder für Apotheker: Offizin, Klinik, Industrie

Von Redaktion6 Min. Lesezeit

Fakten geprüft am 25.10.2026

Zwei gelbe Wegweiser in verschiedene Richtungen an einem Pfosten im grünen Wald

Von den 70.273 berufstätigen Apothekern in Deutschland arbeiteten Ende 2025 52.733 in öffentlichen Apotheken, 3.355 in Krankenhausapotheken und 8.155 in der pharmazeutischen Industrie. Die übrigen verteilen sich auf Universitäten, Behörden, Lehranstalten, die Bundeswehr und sonstige Bereiche. Welche Tätigkeiten als Apothekerberuf gelten, regelt § 2 Abs. 3 der Bundes-Apothekerordnung in zwölf Punkten. Stand: 25.10.2026.

Wo Apotheker arbeiten

Zahlen der ABDA für Ende 2025 (Quelle der Statistik: Bundesapothekerkammer):

Arbeitsfeld Berufstätige 2025 Anteil (unsere Rechnung)
öffentliche Apotheken 52.733 75,0 %
davon Apothekenleiter (Inhaber, Pächter, Verwalter) 12.802
Krankenhausapotheken 3.355 4,8 %
pharmazeutische Industrie 8.155 11,6 %
Universitäten 1.438 2,0 %
Behörden und Körperschaften 1.261 1,8 %
Lehranstalten und Berufsschulen 647 0,9 %
Bundeswehr 226 0,3 %
sonstige Bereiche 2.458 3,5 %
insgesamt 70.273

Die ABDA fasst Industrie, Verwaltung, Fachorganisationen und Wissenschaft zu einer Gruppe von 14.185 Berufstätigen zusammen. Darin stecken neben den Zeilen der Tabelle auch Lehranstalten, Bundeswehr und sonstige Bereiche. Die Erhebung zum Alter stammt von Ende 2023: Das Durchschnittsalter lag über alle Bereiche bei 47,0 Jahren, in Krankenhausapotheken bei 41,3 und in Industrie, Verwaltung und Wissenschaft bei 43,0 Jahren. Die Lage am Arbeitsmarkt beschreibt Berufsaussichten für Apotheker.

Frauenanteil nach Feld

Nahezu drei Viertel der Approbierten sind Frauen (71,7 Prozent). Je nach Feld sieht das anders aus: In öffentlichen Apotheken sind es 74,3 Prozent, unter den Apothekenleitern 49,9 Prozent, in Krankenhausapotheken 74,5 Prozent, in der Industrie 60,4 Prozent, an Universitäten 52,8 Prozent, in Behörden und Körperschaften 68,0 Prozent, an Lehranstalten 81,9 Prozent und bei der Bundeswehr 38,1 Prozent.

Was die Felder verdienen

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für angestellte Apotheker in Vollzeit (Stichtag 31.12.2025) einen Median von 5.404 Euro im Monat. Nach Branche: 5.158 Euro im Handel, der die öffentlichen Apotheken enthält, 6.687 Euro in öffentlicher Verwaltung und Gesundheitswesen mit Kliniken und Behörden, 7.565 Euro im produzierenden Gewerbe. Selbstständige sind darin nicht enthalten, für ihr Einkommen gibt es keine amtliche Statistik.

Der Tätigkeitskatalog der Bundes-Apothekerordnung

Ausübung des Apothekerberufs ist die Ausübung einer pharmazeutischen Tätigkeit unter der Berufsbezeichnung Apotheker. Zu den pharmazeutischen Tätigkeiten zählt § 2 Abs. 3 BApO insbesondere:

  • die Herstellung der Darreichungsform von Arzneimitteln,
  • Arzneimittelforschung, Entwicklung, Herstellung, Prüfung, Zulassung, Pharmakovigilanz und Risikoabwehr in der pharmazeutischen Industrie,
  • die Arzneimittelprüfung in einem Prüflabor,
  • Lagerung, Qualitätserhaltung und Vertrieb auf der Großhandelsstufe,
  • Herstellung, Prüfung, Lagerung, Vertrieb und Abgabe in öffentlichen Apotheken und in Krankenhäusern,
  • Information und Beratung über Arzneimittel, Meldung unerwünschter Wirkungen, Unterstützung bei der Selbstmedikation und Beiträge zu Gesundheitskampagnen,
  • Tätigkeiten im Arzneimittel-, Apotheken- und Medizinproduktewesen der öffentlichen Gesundheitsverwaltung in Behörden, Körperschaften und Verbänden,
  • Lehre und Forschung an Universitäten sowie Lehre an Lehranstalten und Berufsschulen.

Die Felder im Überblick

Die Bundesapothekerkammer beschreibt die Tätigkeitsbereiche in ihrem Berufsbild von 2016. Die Aussagen sind Verbandstext, kein Gesetz.

Öffentliche Apotheke. Der Apotheker sichert die Arzneimittelversorgung, berät und stellt Arzneimittel her. Die Apotheke leitet er persönlich, wenn er sie betreibt. Der Weg dorthin steht in Apotheke gründen oder übernehmen. Angestellte Apotheker verdienen 2026 nach ADA-Tarif 4.166 bis 4.922 Euro brutto, siehe Apotheker Gehalt 2026.

Krankenhaus. Der Apotheker versorgt die Patienten mit Arzneimitteln und Medizinprodukten und betreut sie klinisch-pharmazeutisch. Das Berufsbild nennt die Teilnahme an Visiten, die Arzneimittelanamnese und die Herstellung von Zytostatika. Mehr in Was macht ein Krankenhausapotheker?.

Pharmazeutische Industrie. Im Mittelpunkt stehen Entwicklung, Zulassung, Herstellung und Qualitätssicherung. Das Berufsbild nennt die Funktionen Sachkundige Person, Leiter der Herstellung oder Qualitätskontrolle, Informationsbeauftragter und Stufenplanbeauftragter. Mehr in Was macht ein Apotheker in der Industrie? und Gehalt in der Pharmaindustrie.

Behörden und Verwaltung. Apotheker arbeiten laut Berufsbild bei Behörden der EU, des Bundes, der Länder und Kommunen und in Körperschaften wie Apothekerkammern oder Sozialversicherungsträgern. Aufgaben sind etwa die Vorbereitung von Zulassungen, die Mitarbeit an der Pharmakovigilanz und Inspektionen in Betrieben. Das Berufsbild verlangt dafür Kenntnisse im pharmazeutischen Recht und in der öffentlichen Verwaltung. Beamtenstellen gibt es in der Arzneimittel- und Apothekenaufsicht der Länder. In Bayern und Sachsen reicht die Ämterreihe vom Pharmazierat (Besoldungsgruppe A 13) über den Pharmazieoberrat (A 14) bis zum Pharmaziedirektor (A 15). Achtung, Verwechslungsgefahr: In Bayern ist „Pharmazierat“ auch ein Ehrenamt, ehrenamtliche Sachverständige werden dort für die Apothekenaufsicht bestellt. Angestellte Apotheker in Behörden außerhalb von Kliniken sind im TV-L nach dem allgemeinen Verwaltungsdienst in Entgeltgruppe 14 oder 15 eingruppiert. Wie viele Stellen es gibt und wie sie typischerweise besetzt sind, konnten wir nicht belegen.

Universität und Forschung. Apotheker arbeiten in Forschung und Lehre. 1.438 Berufstätige waren es 2025 an Universitäten. Master-Studiengänge, die auf Forschung zielen, listet Pharmazie Bachelor.

Bundeswehr. Apotheker sind dort Sanitätsoffiziere, 226 waren es 2025. Der Stabsapotheker ist in Besoldungsgruppe A 13 eingeordnet, der Oberstabsapotheker in A 14, der Oberfeldapotheker in A 15.

Lehranstalten. An PTA-Schulen und Berufsschulen bilden Apotheker PTA und pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte aus (647 Berufstätige).

Weitere Bereiche. Das Berufsbild nennt den pharmazeutischen Großhandel, Verbände, Krankenkassen, pharmazeutische Hilfsorganisationen und Fachmedien. In der ABDA-Statistik stehen dafür 2.458 Berufstätige unter „sonstige Bereiche“.

Spezialisieren: Fachapotheker

Wer sich in einem Feld vertiefen will, kann nach der Approbation eine Weiterbildung machen, etwa zum Fachapotheker für Klinische Pharmazie oder für Öffentliches Gesundheitswesen. Gebiete, Dauer und Ablauf stehen in Fachapotheker.

Häufige Fragen

Wo arbeiten die meisten Apotheker?

In öffentlichen Apotheken: 52.733 von 70.273 Berufstätigen Ende 2025, rund drei Viertel.

Wie viele Apotheker arbeiten in der Industrie?

8.155 in der pharmazeutischen Industrie (ABDA, Ende 2025). Zusammen mit Verwaltung, Fachorganisationen und Wissenschaft sind es 14.185.

Kann ich mit der Approbation auch außerhalb der Apotheke arbeiten?

Ja. § 2 Abs. 3 BApO zählt unter den pharmazeutischen Tätigkeiten auch Industrie, Prüflabor, Großhandel, Krankenhaus, Verwaltung, Lehre und Forschung auf.

Was ist ein Pharmazierat?

In Bayern und Sachsen eine Amtsbezeichnung in der Besoldungsgruppe A 13. In Bayern bezeichnet das Wort außerdem ein Ehrenamt für Sachverständige der Apothekenaufsicht.

Nächster Schritt

Wenn Du schon im Studium bist: Die zweite Hälfte des praktischen Jahres kannst Du in Krankenhaus, Industrie, Uni oder Untersuchungsstelle verbringen. Die Aufteilung steht in Praktisches Jahr Pharmazie.

Quellen

Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von pharmazie-studium.eu schreibt die Ratgeber-Artikel und pflegt die Daten zu den Pharmazie-Standorten. Jede Zahl stützt sich auf eine Primärquelle wie hochschulstart.de, die Approbationsordnung oder die Hochschulen selbst und trägt ein Stand-Datum.

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