Was macht ein...?

Was macht ein Krankenhausapotheker? Aufgaben und Weg

Von Redaktion5 Min. Lesezeit

Fakten geprüft am 25.10.2026

Heller Krankenhausflur mit Wartebank und weiß gekachelten Wänden

Ein Krankenhausapotheker sorgt dafür, dass die Patienten eines Krankenhauses die richtigen Arzneimittel in der richtigen Qualität bekommen, und betreut sie klinisch-pharmazeutisch: von der Arzneimittelanamnese bei der Aufnahme bis zur Entlassmedikation. Das beschreibt das Berufsbild der Bundesapothekerkammer. Ende 2025 arbeiteten 3.355 Apotheker in Krankenhausapotheken, das Gehalt richtet sich im öffentlichen Dienst nach Entgeltgruppe 14. Stand: 25.10.2026.

Die Aufgaben nach dem Berufsbild

Das Berufsbild der Bundesapothekerkammer (Mitgliederversammlung 16.06.2016, Verbandstext) nennt sechs Aufgabenblöcke, fünf davon beschreiben wir hier.

Arzneimittelversorgung. Der Apotheker stellt sicher, dass Arzneimittel wirtschaftlich, bedarfsgerecht und in erforderlicher Qualität bereitstehen. Dazu gehören die fachliche und wirtschaftliche Bewertung beim Einkauf, der Umgang mit Lieferengpässen, die qualitätsgesicherte Bevorratung für mindestens 14 Tage in der Apotheke und die geregelte Versorgung der Stationen, etwa mit Stationsvorrat oder als Unit Dose. Die Lagerungsbedingungen auf den Stationen prüft er halbjährlich. Als Geschäftsführung oder Leitung der Arzneimittelkommission sorgt er dafür, dass die Arzneimittelliste des Krankenhauses nach evidenzbasierten und pharmakoökonomischen Gesichtspunkten zusammengestellt wird.

Arzneimittelinformation und patientenorientierte Dienstleistungen. Der Apotheker beantwortet Anfragen von Ärzten, Pflegekräften und anderen Gesundheitsberufen zur Arzneimitteltherapie, etwa zu Wechselwirkungen oder zur Dosis. Er begleitet das Therapeutische Drug Monitoring, nimmt an ärztlichen Visiten teil und führt bei der Aufnahme die Arzneimittelanamnese durch. Er prüft ärztliche Verordnungen auf Plausibilität und Richtigkeit, besonders bei Arzneimitteln mit hohem Risikopotenzial oder bei Organinsuffizienz. In der Pharmakovigilanz sammelt, bewertet und dokumentiert er Qualitätsmängel und Arzneimittelrisiken und wertet Beinahe-Ereignisse im Meldesystem CIRS aus.

Herstellung und Qualitätskontrolle. Er stellt Arzneimittel individuell für Patienten her, als Rezeptur oder auf Vorrat als Defektur, etwa pädiatrische, dermatologische oder ophthalmologische Zubereitungen. Bei dosisindividuell angepassten Parenteralia, etwa in der Zytostatika-, Schmerz- und Ernährungstherapie, prüft er Therapieschemata, Dosierungen und Kompatibilitäten. Er validiert Herstellungsverfahren und prüft Ausgangsstoffe und Verpackungsmaterialien.

Pharmakoökonomie. Er wirkt an Erstellung und Überwachung des Arzneimittelbudgets mit und berät die Kostenverantwortlichen durch pharmakoökonomische Bewertung von Alternativen.

Forschung und Lehre. Er bildet Apotheker, PTA und pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte aus und weiter, vermittelt pharmazeutische Inhalte an Ärzte und Pflegekräfte und ist bei klinischen Studien eingebunden.

Kommissionen. Der sechste Block ist die Mitarbeit in Kommissionen und Arbeitsgruppen, darunter Arzneimittel-, Hygiene-, Transfusions- und Einkaufskommission, Ernährungsteam und Tumorkonferenz.

Das Berufsbild beschreibt, was der Apotheker im Krankenhaus tun soll. Wie viel davon in einem konkreten Haus tatsächlich Alltag ist, hängt vom Krankenhaus ab. Dazu haben wir keine Daten.

Was das Apothekengesetz verlangt

Der Träger eines Krankenhauses bekommt die Erlaubnis zum Betrieb einer Krankenhausapotheke, wenn er die Anstellung eines Apothekers nachweist, der die persönlichen Voraussetzungen erfüllt, und die vorgeschriebenen Räume hat (§ 14 Abs. 1 ApoG). Die persönliche Leitung obliegt dem angestellten Apotheker (§ 7 ApoG). Der Leiter oder ein beauftragter Apotheker muss die Ärzte des Krankenhauses über Arzneimittel informieren und beraten, insbesondere im Hinblick auf eine zweckmäßige und wirtschaftliche Therapie, auch dort, wo die ambulante Versorgung berührt ist. Er überprüft die Arzneimittelvorräte des Krankenhauses nach der Apothekenbetriebsordnung und setzt bei Mängeln eine angemessene Frist und zeigt der Aufsichtsbehörde an, wenn sie nicht eingehalten wird (Beratungspflicht: § 14 Abs. 1, Vorratsprüfung: § 14 Abs. 6 ApoG).

Ein Krankenhaus kann sich auch von einer öffentlichen Apotheke versorgen lassen, dann braucht es einen schriftlichen Vertrag mit Genehmigung der Behörde (§ 14 Abs. 4 und 5 ApoG). Krankenhausapotheken gab es 2025 noch 347, 2005 waren es 492 (ABDA).

Der Weg ins Krankenhaus

Voraussetzung ist die Approbation. Schon im praktischen Jahr kannst Du die zweite Hälfte in einer Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheke verbringen, drei dieser Monate auch auf einer Krankenhausstation, so steht es in Praktisches Jahr Pharmazie.

Weiterbildung zum Fachapotheker

Die Musterweiterbildungsordnung der Bundesapothekerkammer (Fassung vom 14.05.2024) sieht mehrere Wege vor. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung Deiner Landesapothekerkammer, die Muster-Version dient als Orientierung.

Weiterbildung Dauer laut Muster Voraussetzung
Gebiet Klinische Pharmazie (Fachapotheker) 36 Monate Krankenhausapotheke, krankenhausversorgende Apotheke oder Bundeswehrkrankenhausapotheke, mit Seminaren und Projektarbeit
Bereich Onkologische Pharmazie (Zusatzbezeichnung) mindestens 12 Monate mindestens 100 Seminarstunden, praktische Nachweise, darunter Herstellung von mindestens 100 Zytostatika-Zubereitungen
Bereich Infektiologie 12 Monate mindestens 100 Seminarstunden, Projektarbeit
Bereich Medikationsmanagement im Krankenhaus 12 Monate Fachapotheker für Klinische Pharmazie oder Anmeldung zu dieser Weiterbildung; mindestens 100 Seminarstunden, 150 Stunden klinisch-pharmazeutische Tätigkeit auf Station, dreitägige Hospitation, zehn Patientenfälle

Ende 2025 führten 2.042 Apotheker den Titel Fachapotheker für Klinische Pharmazie (Bundesapothekerkammer, Angabe der ABDA). Mehr zu Ablauf und Prüfung in Fachapotheker.

Gehalt

Im öffentlichen Dienst sind Apotheker in Kliniken direkt in Entgeltgruppe 14 eingruppiert. Wer eine Apotheke leitet, der mindestens vier Apotheker ständig unterstellt sind, kommt in Entgeltgruppe 15. 2026 liegt das Monatsbrutto in Entgeltgruppe 14 im TVöD VKA (ab 01.05.2026) zwischen 5.298,27 und 7.551,78 Euro, im TV-L (ab 01.04.2026) zwischen 5.143,59 und 7.194,48 Euro. Dazu kommt die Jahressonderzahlung, die im TVöD 85 Prozent und im TV-L 32,53 Prozent beträgt. Tabellen, Arbeitszeit und Netto stehen in Krankenhausapotheker: Gehalt nach TVöD und TV-L und Apotheker Gehalt netto. Kirchliche und private Klinikträger haben wir nicht ausgewertet.

Häufige Fragen

Was macht ein Krankenhausapotheker den ganzen Tag?

Nach dem Berufsbild versorgt er die Stationen mit Arzneimitteln, stellt Arzneimittel her, beantwortet Anfragen von Ärzten und Pflegekräften, prüft Verordnungen und nimmt an Visiten teil.

Braucht man eine Weiterbildung für die Krankenhausapotheke?

Das Gesetz verlangt für die Anstellung die Approbation, nicht den Fachapotheker (§ 14 Abs. 1 ApoG). Der Titel Fachapotheker für Klinische Pharmazie ist die übliche Vertiefung. Ob ein Haus ihn für bestimmte Stellen fordert, steht in der Stellenausschreibung.

Wer leitet die Krankenhausapotheke?

Die persönliche Leitung obliegt dem angestellten Apotheker (§ 7 ApoG). Im Tarif ist die Leitung in Entgeltgruppe 15 eingruppiert, wenn ihr mindestens vier Apotheker durch ausdrückliche Anordnung ständig unterstellt sind.

Wie viele Apotheker arbeiten im Krankenhaus?

3.355 Ende 2025, das sind etwa 4,8 Prozent der berufstätigen Apotheker.

Wie hoch ist das Durchschnittsalter?

41,3 Jahre in Krankenhausapotheken, der Durchschnitt über alle Bereiche liegt bei 47,0 Jahren (Erhebung der Bundesapothekerkammer zum Stichtag 31.12.2023).

Nächster Schritt

Wenn Du die Klinik als Ziel hast, such Dir für die Wahlhälfte des praktischen Jahres eine Krankenhausapotheke, siehe Praktisches Jahr Pharmazie. Andere Felder zeigt Arbeitsfelder für Apotheker.

Quellen

Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von pharmazie-studium.eu schreibt die Ratgeber-Artikel und pflegt die Daten zu den Pharmazie-Standorten. Jede Zahl stützt sich auf eine Primärquelle wie hochschulstart.de, die Approbationsordnung oder die Hochschulen selbst und trägt ein Stand-Datum.

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