Pharmaziestudium in Deutschland

Pharmazie in NRW: Bonn, Düsseldorf, Münster im Vergleich

Von Redaktion5 Min. Lesezeit

Fakten geprüft am 25.10.2026

Kölner Dom und Hohenzollernbrücke am Rhein

In Nordrhein-Westfalen kannst Du Pharmazie mit Staatsexamen an drei Universitäten studieren: Bonn, Düsseldorf und Münster. Zusammen haben sie im Wintersemester 2026/27 243 Plätze (Bonn 84, Düsseldorf 70, Münster 89) und im Sommersemester 2026 230. Alle drei nehmen zu beiden Semestern auf und werten den PhaST. In Köln gibt es Pharmazie mit Staatsexamen nicht. Stand: 25.10.2026.

Die drei Standorte im Vergleich

Alle Werte stammen aus den Kriterienkatalogen und Auswahlgrenzen von hochschulstart für das Wintersemester 2026/27. Die Auswahlgrenze ist der Punktwert, den Bewerbende hätten erreichen müssen.

Bonn Düsseldorf Münster
Plätze WS 2026/27 84 70 89
Plätze SoSe 2026 83 71 76
Abiturbestenquote WS 2026/27 1,6–2,1 1,6–2,1 1,4–1,9
PhaST im AdH (von 100) 35 20 (Unterquote 1), 0 (Unterquote 2) 40
Abitur im AdH (von 100) 60 80 / 100 50
Ausbildung im AdH / in der ZEQ 5 / 10 keine / keine 10 / keine
PhaST in der ZEQ (von 100) 90 100 100
AdH-Grenze 28,3 37,6 / 47,0 25,4
ZEQ-Grenze 10,0 36,7 1,7

Die Abiturbestenquote ist die Spanne der 16 Landeslisten, also vom leichtesten bis zum schwersten Land. Im Vorjahr lag sie in Bonn bei 1,6 bis 2,1, in Düsseldorf bei 1,5 bis 2,0 und in Münster bei 1,4 bis 1,7. Die NRW-Standorte sind damit strenger als die Standorte mit Grenze 4,0 wie Halle oder Marburg, aber deutlich offener als Heidelberg (1,0 bis 1,2). Das Prinzip der Quoten erklärt ABQ, ZEQ, AdH.

Bonn

Die Auswahlordnung hat die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät erlassen, die Fachgruppe Pharmazie organisiert die Lehre. Unterquoten bildet die Uni nicht. Eine Ausbildung zählt nur, wenn Du danach mindestens ein Jahr in einem anerkannten Beruf gearbeitet hast (Ausbildung als Bonus). Freie Plätze nach dem zentralen Verfahren verlost die Uni, den Antrag stellst Du über ihr Webportal, die Fristen legt der Rektor je Semester fest. Nach dem Staatsexamen kannst Du den Master Arzneimittelforschung anschließen. Der Semesterbeitrag liegt im Wintersemester 2026/27 bei 363,07 Euro, darin steckt das Deutschlandsemesterticket mit 226,80 Euro.

Düsseldorf

Düsseldorf hat eine Besonderheit, die kein anderer Standort teilt: Eine Berufsausbildung bringt weder im AdH noch in der ZEQ Punkte. Das AdH teilt die Uni in zwei Unterquoten, 85 Prozent nach Abitur (80 Punkte) und PhaST (20 Punkte), 15 Prozent nur nach der Abiturnote. In der ZEQ entscheidet allein der PhaST. Der Unterricht läuft ausschließlich auf Deutsch. Die Uni nimmt nach eigener Angabe regelmäßig beruflich Qualifizierte ohne Abitur auf, hält einen Wechsel von der Pharmazie in die Medizin aber für nicht möglich. Die HHU erhebt keine Studiengebühren, der Semesterbeitrag beträgt 371,15 Euro inklusive Semesterticket. Zur Wohnsituation schreibt die Uni, sie sei angespannt, und rät, früh zu suchen. Zusätzlich gibt es den englischsprachigen Master Industrial Pharmacy.

Münster

Münster wertet den PhaST seit dem Sommersemester 2022. In der ZEQ zählt nur der Test, eine Ausbildung bringt 10 Punkte im AdH. Die Ordnung vom 13.02.2023 gilt seit dem Wintersemester 2023/24. Der Master Arzneimittelwissenschaften läuft aus: Ins erste Semester konnte man sich letztmals zum Wintersemester 2025/26 einschreiben. Studiengebühren zahlst Du nicht, der Semesterbeitrag liegt bei 369,50 Euro inklusive Semesterticket.

Alle drei im Sommersemester

Zum Sommersemester 2026 lag die Abiturbestenquote an allen drei Standorten bis 4,0: Bonn 2,0–4,0, Düsseldorf 1,9–4,0, Münster 1,9–4,0 (jeweils schlechteste Landesgrenze 4,0). Die AdH-Grenzen waren in Bonn 23,5, in Münster 22,4 und in Düsseldorf 34,4 und 45,4. Das ist eine Chance, wenn Du nicht auf ein Wintersemester warten willst. Alle zwölf Sommersemester-Standorte stehen in Pharmazie im Sommersemester.

Gilt in NRW etwas Besonderes?

Die Vorabquoten regelt die Vergabeverordnung NRW (§ 8 Abs. 1): 1 Prozent Härtefälle, 0,5 Prozent Sanitätsoffiziere, 5 Prozent für Ausländer, die Deutschen nicht gleichgestellt sind, 3 Prozent Zweitstudium. Eine Quote für beruflich Qualifizierte ohne Abitur oder eine Landapotheker-Quote gibt es dort nicht. Die Bewerbungsfristen (§ 6) stehen in Bewerbung über hochschulstart: Sommersemester 15. Januar, Wintersemester 15. Juli, für Altabiturienten 31. Mai. Als beruflich Qualifizierter ohne Abitur kommst Du in NRW nach mindestens zweijähriger Berufsausbildung und drei Jahren Tätigkeit zum Studienzugang (§ 3 BBHZVO), mehr dazu in Von der PTA zum Apotheker.

Und Köln?

Auf der Liste der 22 Pharmazie-Standorte bei hochschulstart steht Köln nicht, und auch die Vergabeverordnung NRW kennt nur die drei Standorte. Eine Begründung dafür haben wir in keiner geprüften Quelle gefunden. Wenn Du in Köln wohnst, sind Bonn und Düsseldorf die nächsten Standorte. Für Wohnort und Anreise gilt: Der Semesterbeitrag enthält an allen drei Unis ein Semesterticket, in Bonn ist es das Deutschlandsemesterticket. Welches Ticket in Düsseldorf und Münster gilt, klärst Du vor der Entscheidung bei der Uni.

Häufige Fragen

Welche NRW-Uni hat den leichtesten Zugang?

Bei der Abiturnote ist Münster mit 1,4 bis 1,9 der strengste der drei, Bonn und Düsseldorf lagen bei 1,6 bis 2,1. Im AdH und in der ZEQ waren die Grenzen in Münster dagegen am niedrigsten. Düsseldorf hatte die höchsten Grenzen. Das ist ein Jahr und keine Prognose, Deine Chancen rechnet der Pharmazie-Rechner aus.

Kann ich mich auf alle drei NRW-Unis bewerben?

Ja. Du gibst bei hochschulstart alle drei als Ortswunsch an, die Reihenfolge legst Du mit der Priorisierung fest.

Zählt meine PTA-Ausbildung in NRW?

In Bonn (mit einem Jahr Berufstätigkeit) und in Münster im AdH, in Düsseldorf nicht.

Nächster Schritt

Vergleiche Deine Note und Dein PhaST-Ergebnis mit den Grenzen der drei Standorte in NC Pharmazie und nimm alle drei als Ortswunsch auf, wenn Du in NRW studieren willst. Die Details der Unis stehen in der Uni-Datenbank.

Quellen

Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von pharmazie-studium.eu schreibt die Ratgeber-Artikel und pflegt die Daten zu den Pharmazie-Standorten. Jede Zahl stützt sich auf eine Primärquelle wie hochschulstart.de, die Approbationsordnung oder die Hochschulen selbst und trägt ein Stand-Datum.

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