Pharmaziestudium in Deutschland

Pharmazie studieren: Der Weg vom Abi zur Approbation

Von Redaktion10 Min. Lesezeit

Fakten geprüft am 30.10.2026

Pharmaziestudentin pipettiert im Uni-Labor eine klare Flüssigkeit in ein Reagenzglas

Pharmazie mit Staatsexamen kannst Du in Deutschland an 22 staatlichen Universitäten studieren. Zum Wintersemester 2026/27 vergab hochschulstart dort 2.071 Studienplätze, zwölf Standorte lassen auch zum Sommersemester zu. Die Ausbildung dauert mindestens fünf Jahre: vier Jahre Studium, acht Wochen Famulatur, zwölf Monate praktisches Jahr und drei Prüfungsabschnitte. Danach bekommst Du die Approbation als Apotheker. Stand: 19.10.2026.

Diese Seite ist der Überblick. Zu jedem Schritt gibt es einen eigenen Ratgeber mit allen Zahlen und Quellen, die Links stehen jeweils im Abschnitt.

Das Pharmaziestudium in Zahlen

Punkt Wert Grundlage
Standorte 22 staatliche Universitäten in 14 Bundesländern hochschulstart, WS 2026/27
Studienplätze Wintersemester 2.071 (WS 2025/26: 2.010) hochschulstart, Ende Koordinierungsphase
Studienplätze Sommersemester 862 an 12 Standorten (SoSe 2026) hochschulstart
Regelstudienzeit 4 Jahre (8 Semester) § 1 Abs. 3 AAppO
Famulatur 8 Wochen, vor dem Ersten Abschnitt § 1 Abs. 1, § 3 AAppO
Praktisches Jahr 12 Monate nach dem Zweiten Abschnitt § 1 Abs. 1, § 4 AAppO
Prüfungen 3 Abschnitte (1. schriftlich, 2. und 3. mündlich) § 1 Abs. 1, § 8 AAppO
tatsächliche Fachstudienzeit Median 9,4 Semester (Prüfungsjahr 2025) Destatis
Studierende 15.765 (akademisches Jahr 2024) ABDA nach Destatis
Approbationen 2.259 (2024) ABDA nach Landesbehörden

Private oder kirchliche Hochschulen mit Pharmazie-Staatsexamen gibt es nicht. Der Hochschulkompass führt bei privaten Hochschulen nur Bachelor- und Masterstudiengänge rund um Pharma, bei kirchlichen Trägern keinen Treffer (Abfrage am 19.10.2026). In Brandenburg und Bremen gibt es keinen Pharmazie-Standort.

Wo Du Pharmazie studieren kannst

Bundesland Standorte Sommersemester möglich
Baden-Württemberg Freiburg, Heidelberg, Tübingen nein
Bayern Erlangen-Nürnberg, LMU München, Regensburg, Würzburg LMU, Würzburg
Berlin FU Berlin ja
Hamburg Universität Hamburg nein
Hessen Frankfurt, Marburg beide
Mecklenburg-Vorpommern Greifswald ja
Niedersachsen TU Braunschweig ja
Nordrhein-Westfalen Bonn, Düsseldorf, Münster alle drei
Rheinland-Pfalz Mainz ja
Saarland Saarbrücken nein
Sachsen Leipzig nein
Sachsen-Anhalt Halle-Wittenberg nein
Schleswig-Holstein Kiel ja
Thüringen Jena nein

Der größte Standort ist Halle mit 168 Plätzen, der kleinste Heidelberg mit 45. Welche Uni zu Dir passt, hängt weniger von Rankings ab als von Deiner Note, Deinem Testergebnis und Deinem Startsemester. Die Unterschiede sind groß: Im Wintersemester 2026/27 reichte die Abiturbestenquote von 1,0 in Heidelberg bis 4,0 an mehreren Standorten.

Zulassung: hochschulstart, Quoten und PhaST

Pharmazie ist bundesweit zulassungsbeschränkt. Du bewirbst Dich für alle 22 Standorte zentral bei hochschulstart. Nach den Vorabquoten (zusammen höchstens 20 Prozent, etwa für Härtefälle und das Zweitstudium) gehen die Plätze zu 30 Prozent an die Abiturbesten, zu 10 Prozent über die Zusätzliche Eignungsquote ohne Abiturnote und zu 60 Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschulen (Art. 9 und 10 Staatsvertrag).

Im Auswahlverfahren der Hochschulen zählt fast überall der PhaST, der Pharmazie-Studieneignungstest. 21 von 22 Unis werten ihn mit 20 bis 48 von 100 Punkten. Hamburg nutzte im Wintersemester 2026/27 noch den HAM-Nat und wechselt für das Auswahlverfahren 2027 zum PhaST. Der Test kostet 75 Euro, der nächste Termin ist der 28.11.2026 mit Anmeldeschluss am 29.10.2026 um 12 Uhr. Eine abgeschlossene Berufsausbildung, etwa als PTA, bringt an den meisten Standorten zusätzliche Punkte.

Bewerbungsschluss bei hochschulstart ist für das Sommersemester 2027 der 15.01.2027. Für ein Wintersemester gilt der 15. Juli, für Bewerber mit Hochschulzugangsberechtigung aus der Zeit vor dem 16. Januar der 31. Mai. Alle drei Fristen sind Ausschlussfristen.

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Wie das Studium aufgebaut ist

Die Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) legt den Ablauf bundesweit fest. Die Unis unterscheiden sich in Stundenplänen und Schwerpunkten, nicht in der Struktur.

  1. Grundstudium, Semester 1 bis 4. Chemie, pharmazeutische Analytik, Physik und Arzneiformenlehre, Biologie und Humanbiologie (Stoffgebiete A bis D der Anlage 1 AAppO). Viel Labor: Allein Stoffgebiet A umfasst 462 Unterrichtsstunden, davon 336 Stunden praktische Übungen.
  2. Famulatur. Acht Wochen in den Semesterferien, mindestens vier davon in einer öffentlichen Apotheke. Sie muss vor der Meldung zum Ersten Abschnitt abgeschlossen sein.
  3. Erster Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung. Schriftlich, Multiple Choice, an vier Tagen, frühestens nach zwei Jahren Studium. Im Herbst 2026 lag die Misserfolgsquote je Fächergruppe zwischen 20,7 und 22,4 Prozent (IMPP).
  4. Hauptstudium, Semester 5 bis 8. Biochemie, Technologie, biogene Arzneistoffe, medizinische Chemie, Pharmakologie und Klinische Pharmazie (Stoffgebiete E bis I) plus ein Wahlpflichtfach mit 112 Stunden.
  5. Zweiter Abschnitt. Mündlich in fünf Fächern, nach mindestens vier Jahren Studium.
  6. Praktisches Jahr. Sechs Monate öffentliche Apotheke, sechs Monate wahlweise Apotheke, Klinik- oder Bundeswehrapotheke, Industrie, Uni-Institut oder Untersuchungsstelle.
  7. Dritter Abschnitt. Mündlich in Pharmazeutischer Praxis und Speziellen Rechtsgebieten für Apotheker.

Insgesamt sieht die Anlage 1 AAppO 3.262 Unterrichtsstunden vor. Die Gesamtnote setzt sich aus den drei Abschnitten im Verhältnis 2 zu 3 zu 2 zusammen (§ 9 Abs. 3 AAppO). Jede nicht bestandene Fachprüfung kannst Du zweimal wiederholen.

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Die Approbation

Mit dem bestandenen Dritten Abschnitt beantragst Du die Approbation bei der zuständigen Landesbehörde. § 4 Abs. 1 BApO verlangt eine Gesamtausbildungszeit von fünf Jahren, davon zwölf Monate praktische Ausbildung, die bestandene Prüfung in Deutschland, persönliche Zuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung und die nötigen Deutschkenntnisse. Erst mit der Approbation darfst Du als Apotheker arbeiten und eine Apotheke leiten (§ 2 BApO, § 2 ApoG).

Eine Reform auf zehn Semester gibt es nicht. Das ist eine Forderung der Bundesapothekerkammer von 2022, kein Gesetzentwurf. Beschlossen ist nur eine kleinere Änderung der AAppO (unter anderem Teilzeit im praktischen Jahr), die am 01.11.2026 in Kraft tritt. Details stehen in Reform der Approbationsordnung, den ganzen Weg zeigt Apotheker werden.

Was das Studium kostet

An den staatlichen Unis zahlst Du je Semester den Semesterbeitrag. Er lag in den von uns geprüften Beispielen zwischen 97 Euro (LMU München, Sommersemester 2026) und 408,28 Euro (Frankfurt, Wintersemester 2026/27). Münster schreibt für das Wintersemester 2026/27 ausdrücklich, dass keine Studiengebühren anfallen, nur ein Semesterbeitrag von 369,50 Euro. Dazu kommen der PhaST mit 75 Euro und Deine Lebenshaltung.

BAföG gibt es für die Regelstudienzeit von acht Semestern. Im praktischen Jahr bekommst Du eine Vergütung: Nach dem Tarifvertrag des Arbeitgeberverbands Deutscher Apotheken (ADA) sind es 2026 monatlich 1.133 Euro in öffentlichen Apotheken. Der Kostenratgeber rechnet das im Detail durch.

Nach dem Studium

Ende 2025 arbeiteten 70.273 Apotheker in Deutschland, davon 52.733 in öffentlichen Apotheken, 3.355 in Krankenhausapotheken und 8.155 in der pharmazeutischen Industrie (ABDA). Der Tarif für öffentliche Apotheken (Tarifgebiet ADA) sieht im ersten Berufsjahr 4.166 Euro brutto im Monat bei 39 Wochenstunden vor, Klinikapotheker steigen nach TVöD in Entgeltgruppe 14 mit 5.298,27 Euro ein. Apotheker gelten laut der Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit nicht mehr als Engpassberuf.

Mehr dazu: Apotheker Gehalt 2026, Krankenhausapotheker: Gehalt nach TVöD und TV-L, Berufsaussichten für Apotheker.

Alternativen und Ausland

Ein Bachelor in Pharmazeutischen Wissenschaften oder Pharmaceutical Sciences führt nicht zur Approbation. Wer Apotheker werden will, braucht das Staatsexamen oder einen anerkannten ausländischen Abschluss, aus der EU einen, der in Anhang V der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie steht. Ab dem 01.11.2026 verweist die Bundes-Apothekerordnung für EU-Abschlüsse direkt auf diesen Anhang (§ 10b BApO).

Im EU-Ausland bieten mehrere Universitäten Pharmazie auf Englisch an, auf Deutsch nur die Semmelweis-Universität Budapest und die drei österreichischen Unis Wien, Graz und Innsbruck. In Österreich gibt es keine Quote für Österreicher, dafür einen längeren Weg: Erst nach Bachelor, Master und einem einjährigen Aspirantenjahr mit Prüfung wird das Diplom in Deutschland automatisch anerkannt.

Mehr dazu: Pharmazie Bachelor, Von der PTA zum Apotheker, Pharmazie im Ausland studieren, Pharmazie in Österreich.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Pharmaziestudium?

Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Dazu kommen die acht Wochen Famulatur in den Semesterferien, das praktische Jahr von zwölf Monaten und die Prüfungszeiten. Im Prüfungsjahr 2025 brauchten Absolventen im Median 9,4 Fachsemester bis zum universitären Abschluss (Destatis). Bis zur Approbation solltest Du mit gut fünf Jahren rechnen.

Welchen Abiturschnitt brauche ich?

Das hängt vom Standort, vom Bundesland Deines Abiturs und vom Semester ab. Im Wintersemester 2026/27 lag die Grenze der Abiturbestenquote zwischen 1,0 in Heidelberg und 4,0 in Halle, Marburg, Saarbrücken, Jena und Regensburg, wo sie in 13 oder 14 von 16 Landeslisten bei der schlechtesten möglichen Note lag. Im Auswahlverfahren der Hochschulen macht die Abiturnote je nach Uni nur 40 bis 80 von 100 Punkten aus, den Rest bringen PhaST und Zusatzkriterien (ausgenommen die reinen Abinote-Unterquoten in Braunschweig und Düsseldorf).

Muss ich den PhaST schreiben?

Pflicht ist er nicht. Ohne Ergebnis bekommst Du aber in diesem Kriterium 0 Punkte. Bei Gewichten von 20 bis 48 Punkten im Auswahlverfahren der Hochschulen und bis zu 100 Punkten in der Zusätzlichen Eignungsquote verschenkst Du ohne Test an fast jeder Uni einen großen Teil Deiner Chancen. Laut ITB kann das Ergebnis Deine Chancen in der Regel nur verbessern, nicht verschlechtern.

Kann ich im Sommersemester anfangen?

Ja, an zwölf Standorten: FU Berlin, Bonn, TU Braunschweig, Düsseldorf, Frankfurt, Greifswald, Kiel, Mainz, Marburg, LMU München, Münster und Würzburg. Im Sommersemester 2026 waren es 862 Plätze. Bewerbungsschluss für das Sommersemester 2027 ist der 15.01.2027, mehr in Pharmazie im Sommersemester.

Berechtigt ein Master in Pharmazie zur Approbation?

Nein. Die Universität des Saarlandes schreibt dazu, ein Master berechtige in Deutschland nicht zur Ausübung des Apothekerberufs. Das gilt für deutsche Bachelor- und Masterstudiengänge rund um Pharma. Aus Österreich wird erst das Staatliche Apothekerdiplom nach dem Aspirantenjahr anerkannt.

Nächster Schritt

Prüfe zuerst, an welchen Standorten Deine Note zuletzt gereicht hat, und rechne Deine Chancen mit dem Pharmazie-Rechner durch. Melde Dich dann zum nächsten PhaST-Termin an. Für eine Bewerbung zum Wintersemester 2027/28 kannst Du ihn am 28.11.2026 schreiben und 2027 noch einmal antreten, weil die Wiederholungssperre nur innerhalb eines Kalenderjahres gilt.

Quellen

Über die Redaktion

Redaktion

Die Redaktion von pharmazie-studium.eu schreibt die Ratgeber-Artikel und pflegt die Daten zu den Pharmazie-Standorten. Jede Zahl stützt sich auf eine Primärquelle wie hochschulstart.de, die Approbationsordnung oder die Hochschulen selbst und trägt ein Stand-Datum.

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