Pharmazie Studium Inhalte: Alle Fächer und Stunden
Fakten geprüft am 30.10.2026

Die Inhalte des Pharmaziestudiums stehen bundesweit einheitlich in Anlage 1 der Approbationsordnung für Apotheker. Sie teilt das Studium in neun Stoffgebiete von A bis I und ein Wahlpflichtfach (K) mit zusammen 3.262 Unterrichtsstunden. 1.764 Stunden davon sind praktische Übungen, also vor allem Labor. Chemie und Analytik machen mit 1.274 Stunden den größten Block aus. Stand: 20.10.2026, AAppO in der Fassung vom 07.06.2023.
Studieninhalte: alle Stoffgebiete im Überblick
| Stoffgebiet | Inhalt | Stunden | davon praktische Übungen | Bescheinigungen | Prüfungsabschnitt |
|---|---|---|---|---|---|
| A | Allgemeine Chemie der Arzneistoffe, Hilfsstoffe und Schadstoffe | 462 | 336 | 3 | Erster |
| B | Pharmazeutische Analytik | 392 | 308 | 2 | Erster |
| C | Wissenschaftliche Grundlagen, Mathematik und Arzneiformenlehre | 280 | 140 | 3 | Erster |
| D | Grundlagen der Biologie und Humanbiologie | 392 | 210 | 4 | Erster |
| E | Biochemie und Pathobiochemie | 196 | 98 | 1 | Zweiter |
| F | Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie | 364 | 196 | 2 | Zweiter |
| G | Biogene Arzneistoffe | 238 | 84 | 1 | Zweiter |
| H | Medizinische Chemie und Arzneistoffanalytik | 420 | 280 | 2 | Zweiter |
| I | Pharmakologie und Klinische Pharmazie | 406 | 112 | 3 | Zweiter |
| K | Wahlpflichtfach | 112 | Seminare und Übungen | 1 | Zweiter |
Die Bescheinigungen aus A bis D brauchst Du für die Meldung zum Ersten Abschnitt, die aus E bis I und K für den Zweiten (§ 6 AAppO). Zwischen den Stoffgebieten dürfen bis zu 42 Unterrichtsstunden je Gebiet verschoben werden, und die nach Landesrecht zuständige Stelle kann bis zu vier zusätzliche Bescheinigungen verlangen. Zusammen sind es also mindestens 22 Scheine. In den praktischen Übungen sind jeweils 20 Prozent praktikumsbegleitende Seminare enthalten.
Grundstudium: Semester 1 bis 4
Das Grundstudium ist naturwissenschaftlich. Die Anlage 1 nennt unter anderem diese Veranstaltungen:
- Chemie (A): Chemie für Pharmazeuten, Stereochemie, Nomenklatur, anorganische und organische Arzneistoffe mit Arzneibuch-Methoden, Toxikologie der Hilfs- und Schadstoffe.
- Analytik (B): quantitative Bestimmung von Arznei-, Hilfs- und Schadstoffen, Einführung in die instrumentelle Analytik.
- Physik, Mathematik, Arzneiformen (C): Physik und physikalische Chemie mit Übungen, mathematische und statistische Methoden, Grundlagen der Arzneiformenlehre, Terminologie und Geschichte der Pharmazie.
- Biologie (D): allgemeine Biologie, Mikrobiologie, pharmazeutische Biologie mit Arzneipflanzen-Exkursionen, Anatomie und Physiologie mit Kursus der Physiologie, Grundlagen der Biochemie und der Ernährungslehre.
Am Ende steht der Erste Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung mit 360 Multiple-Choice-Fragen in vier Fächern: je 100 in Chemie und in Biologie und Humanbiologie, je 80 in Physik, physikalischer Chemie und Arzneiformenlehre sowie in pharmazeutischer Analytik (Anlage 12 AAppO). Mehr in Erstes Staatsexamen Pharmazie.
Hauptstudium: Semester 5 bis 8
Im Hauptstudium wird es pharmazeutisch im engeren Sinn:
- Biochemie (E): Biochemie und Molekularbiologie, klinische Chemie und Pathobiochemie, Pathophysiologie.
- Technologie (F): pharmazeutische Technologie einschließlich Medizinprodukten, Qualitätssicherung bei Herstellung und Prüfung, Biopharmazie mit Pharmakokinetik.
- Biogene Arzneistoffe (G): Phytopharmaka, Antibiotika, gentechnisch hergestellte Arzneimittel, Immunologie, Impfstoffe und Sera.
- Medizinische Chemie (H): pharmazeutische und medizinische Chemie, Drug Monitoring, Arzneistoffanalytik nach Arzneibuch.
- Pharmakologie und Klinische Pharmazie (I): Pharmakologie und Toxikologie, Klinische Pharmazie, Krankheitslehre, Pharmakotherapie, Pharmakoepidemiologie und Pharmakoökonomie, Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker.
- Wahlpflichtfach (K): 112 Stunden in einem Fach der pharmazeutischen Wissenschaften, mit Hauptseminar.
Danach prüft der Zweite Abschnitt mündlich die fünf Fächer Pharmazeutische/Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie, Pharmakologie und Toxikologie sowie Klinische Pharmazie (§ 18 AAppO). Siehe Zweites und drittes Staatsexamen.
Wie viel Labor das Studium hat
Mehr als die Hälfte der Stunden sind praktische Übungen. In der Chemie (A) sind es 336 von 462 Stunden, in der Analytik (B) 308 von 392, in der Medizinischen Chemie (H) 280 von 420. Pharmakologie und Klinische Pharmazie (I) sind dagegen eher Vorlesung und Seminar: 112 Stunden Übungen, 98 Stunden Seminar.
Vorlesungen dürfen die Unis auch digital anbieten, Seminare und praktische Lehrveranstaltungen können sie nur digital begleiten (§ 2 Abs. 2 AAppO). Ein Praktikum komplett online sieht die Verordnung nicht vor.
Was im praktischen Jahr dazukommt
Während der zwölf Monate praktische Ausbildung besuchst Du begleitende Unterrichtsveranstaltungen zu den Stoffgebieten der Anlage 8. Dazu gehören unter anderem Rezeptur und Defektur, Beratung von Patienten und Ärzten, angewandte Pharmakotherapie und Selbstmedikation, Krankenhaushygiene, Unfallverhütung und Erste Hilfe, Betriebswirtschaft für Apotheker und das Recht für den Apothekenbetrieb. Der Dritte Abschnitt prüft danach Pharmazeutische Praxis und Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker. Mehr in Praktisches Jahr Pharmazie.
Was sich ab dem 01.11.2026 ändert
Die Verordnung zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren vom 27.10.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 326) ändert auch die Anlage 1. Sie setzt die Delegierte Richtlinie (EU) 2024/782 um:
- Stoffgebiet D bekommt nach Anatomie und Physiologie die „Grundlagen der Genetik“,
- in Stoffgebiet E wird aus Pathophysiologie/Pathobiochemie die Pathologie einschließlich Pathophysiologie und Pathobiochemie,
- Stoffgebiet I bekommt nach der Pharmakotherapie die Pharmakogenomik,
- die Anlage 8 für das praktische Jahr wird neu gefasst, laut Begründung mit öffentlicher Gesundheit einschließlich Epidemiologie.
Die Verordnung ist am 30.10.2026 verkündet worden und tritt am 01.11.2026 in Kraft. Bescheinigungen über Veranstaltungen, die bis zum 31.10.2026 nach altem Stand besucht wurden, werden für die Zulassung zum Ersten und Zweiten Abschnitt anerkannt (§ 25 Abs. 8 n. F.). Eine Verlängerung auf zehn Semester ist darin nicht enthalten, siehe Reform der Approbationsordnung.
Unterschiede zwischen den Unis
Die Stoffgebiete sind überall gleich, die Stundenpläne nicht. Unterschiede gibt es beim Wahlpflichtfach, bei der Reihenfolge der Praktika und bei Zusatzangeboten. Freiburg, Greifswald, Halle, Jena und Leipzig bieten zusätzlich ein Diplom an; in Jena ist es ein zweisemestriger Diplomstudiengang, der „obendrauf“ kommt. Tübingen bietet nach dem Hauptstudium den Master Pharmaceutical Sciences and Technologies an, den Du mit dem Dritten Abschnitt und der Approbation verbinden kannst. Wer die Uni wechselt, sollte vorher klären, welche Scheine anerkannt werden.
Häufige Fragen
Welche Fächer hat man im Pharmaziestudium?
Chemie, Analytik, Physik, Mathematik und Arzneiformenlehre, Biologie und Humanbiologie im Grundstudium; Biochemie, Technologie, biogene Arzneistoffe, Medizinische Chemie, Pharmakologie und Klinische Pharmazie im Hauptstudium. Dazu ein Wahlpflichtfach.
Wie viel Chemie ist im Pharmaziestudium?
Viel. Die Stoffgebiete A, B und H mit Chemie und Analytik umfassen 1.274 der 3.262 Unterrichtsstunden, fast 40 Prozent.
Gibt es im Pharmaziestudium Anatomie?
Ja, im Stoffgebiet D mit Grundlagen der Anatomie und Physiologie und einem Kursus der Physiologie. Einen Präparierkurs nennt die Anlage 1 nicht.
Ist Klinische Pharmazie Pflicht?
Ja. Sie ist Teil von Stoffgebiet I und eines der fünf Prüfungsfächer im Zweiten Abschnitt.
Nächster Schritt
Wenn Dich vor allem die Prüfungen interessieren: Wie der Erste Abschnitt abläuft und wie viele durchfallen, steht in Erstes Staatsexamen Pharmazie.
Quellen
- Universität Jena: Staatsexamen Pharmazie, abgerufen am 23.10.2026: „zweisemestrigen Diplom-Studiengang obendrauf zu setzen“
- Approbationsordnung für Apotheker (AAppO), Stand Änderung vom 07.06.2023, abgerufen am 19.10.2026: § 2, § 6, §§ 17, 18, Anlagen 1, 8, 12 und 13
- Verordnung zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen vom 27.10.2026, BGBl. 2026 I Nr. 326 (PDF), abgerufen am 30.10.2026: Art. 2 Nr. 16 und 17, neue Stoffgebiete, Übergangsregel § 25 Abs. 8
- BMG: Referentenentwurf mit Begründung (PDF), abgerufen am 19.10.2026: Umsetzung der Delegierten Richtlinie (EU) 2024/782
- Universität Greifswald: Pharmazie, Universität Halle: Pharmazie Staatsexamen, Universität Leipzig: Pharmazie Staatsexamen, Universität Tübingen: Pharmazie, alle abgerufen am 19.10.2026
Redaktion
Die Redaktion von pharmazie-studium.eu schreibt die Ratgeber-Artikel und pflegt die Daten zu den Pharmazie-Standorten. Jede Zahl stützt sich auf eine Primärquelle wie hochschulstart.de, die Approbationsordnung oder die Hochschulen selbst und trägt ein Stand-Datum.
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